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Australia Day Sydney

Der Australier feiert gern und besonders diesen Tag. Da steckt viel Pathos dahinter. Letztlich wird die Ankunft der ersten Flotte von Siedlern vor über 230 Jahren gefeiert. Aber wie in vielen anderen Kolonien, war bei der Besiedelung so einiges schief gelaufen. Die Aboriginals hatten kaum eine Chance, ihr Leben weiter so zu führen. Ganz im Gegenteil, wurden ihnen ihr Land und ihre Rechte genommen, die Familien und Gemeinschaften zerstört. Inzwischen wurde zwar von offizieller Seite eingelenkt. Aber es ist nach wie vor offensichtlich, das die Aboriginals keine Rolle im öffentlichen Leben spielen, nicht die gleichen Chancen haben am Leben teilzuhaben. Von vielen wird daher der Australia Day als Tag der Invasion gesehen, insbesondere natürlich von den Aboriginals, die in diesem Bezug nicht wirklich etwas zu feiern haben. Trotzdem sind sie Bestandteil der Feierlichkeiten, sind sogar der erste offizielle Programmpunkt in Sydney im Barangaroo Reserve gewesen,, die mit Beteiligung diverser Politiker aus Stadt uns Land stattfand. Einen Beigeschmack hatte das alles schon für uns. Wie ehrlich sind die Aussagen und Vorhaben der Regierung, den Aboriginals mehr Rechte und Möglichkeiten zu geben, am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Mag sein, daß Sydney nicht repräsentativ für ganz Australien steht. Aber hier, wo das Geld regiert, sind kaum Aboriginals zu Hause bzw. zu sehen. Diese haben andere Werte. Es ist schön zu sehen, wie die Alten weiter versuchen, den jungen Aboriginals ihre Verantwortung für ihr Leben abzuverlangen, sich dafür einzusetzen und nicht aufzugeben, die eigene Identität zu leben. Sie haben sich jedenfalls noch nicht aufgegeben. Wenn man sieht, wie die Jungen den Alten an den Lippen kleben, berührt einen das sehr. Aber um wirklich aus dem Abseits kommen zu können, müssen die neuen Australier bereit sein, den sich angeeigneten Besitz zumindest teilweise wieder zurückzugeben. Damit tun sich allerdings nicht nur die Australier schwer. Das ist ein generelles Phänomen. Wir hatten uns jedenfalls dafür entschieden, im Anschluß an die Eröffnungszeremonie im Barangaroo Reserve die alternative Feier auf dem Aboriginal Yabun Festival im Victoriapark zu besuchen. Das lag uns mehr im Sinn und am Herzen, als die Big Party in Darling Harbour und rund um Circular Quay.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Peter (Dienstag, 04 Februar 2020 07:57)

    Hallo Steffen,
    was für super, super tolle Fotos und Berichte. Und was mich besonders begeistert, aber auch ein bisschen neidisch macht, der "Hase" ist mitten drin :-). LG aus Remscheid!

Copyright © 2020 Steffen Schmoll

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