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Viel Zeit in Watsons Bay

Nach unserer Zeit im Norden Sydneys sind wir wieder in den südlichen Teil direkt ans Wasser umgezogen. Dort wo alles begann, wo die Entdecker den Zugang vom Ozean in eine riesige Bucht und dann weiter im Inland perfekte Bedingungen für eine Besiedelung und damit die Gründung Sydneys fanden. Das beschauliche Watsons Bay, mit seinen angrenzenden Vierteln Vaucluse und Dover Height, sind wirklich eine gute Adresse, um seine Zeit zu verbringen und den Müßiggang auszukosten. Gelegen in einer geschützten Bucht gibt es Anlegeplätze für Boote und Fähren, dazu die kleinen Strände, Küstenwanderwege, überall die hübschen teuren Häuser direkt am Wasser oder mit Blick darauf, dazu das Cliff oberhalb mit Ausblick auf den weiten Ozean. Einfach unbezahlbar. Mittlerweile kann ich Raphael und Steffen aber verstehen, warum sie dieses Leben an der Küste so lieben. An so einem Ort muß sich jeder Tag wie Urlaub anfühlen. Nett willkommen geheißen wurden wir auch von einem Minenarbeiter. Irgendwie müssen die Aussies ja zu Reichtum gekommen sein. Und begehrte Bodenschätze haben sie ja einige. Eine unserer Lieblingsbuchten ist Parsley Bay, mit seinem Strand, seiner interessanten Fußgängerbrücke, den Leitern und Stegen zum Einstieg von den felsigen Seiten. Dort geschützt von einem Haifischnetz kann man den ganzen Tag schwimmen und schnorcheln oder einfach nur von morgens bis abends verweilen und die Leute beobachten. Die interessantesten kommen wohl morgens. Die Urgesteine, denen man auch noch im fortgeschrittenen Alter ihre Gesundheit und Fitness ansieht. Das tägliche Schwimmen im Morgengrauen oder am Abend, wenn die Sonnenanbeter und Touristen die Bucht noch nicht in Beschlag genommen oder wieder verlassen haben, hält sie in Schuß und macht sie glücklich. Das steht ihnen regelrecht im Gesicht geschrieben und hört man aus ihren Bemerkungen. Es ist eine wahre Wonne, dies zu erleben. Weitere Strände reihen sich nach links und rechts nur son einer Perlenkette. Da sind die Namen schon Programm. Shark Beach, Milky Beach, Queens Beach, Camp Cove Beach, Lady Bay Beach sowie einigen unbenannten. Dem Lady Bay Beach statten wir auch einen Besuch ab, da uns Camp Cove einfach zu voll war. Lady Bay ist etwas abseits und schwieriger zugänglich und nicht für jeden geeignet. Abgesehen davon, daß man am Lady Beach gern alle Hüllen fallen läßt. Oh, da wußte ich gar nicht, wo ich zuerst weggucken sollte. Aber irgendwann habe auch ich mich dran gewöhnt und einfach die paradiesische Atmosphäre mit seinem gelben Sand und türkisfarbenem Wasser umrandet von Felsen genossen. Zum Schluß haben wir noch das Kap erobert, wo man einen grandiosen Ausblick hat. Da fühlt man sich, auch durch die teilweise noch vorhandenen oder zu erahnenden Verteidigungsanlagen, wie es früher hier zugegangen sein muß. Wen läßt man in den Hafen, in die Stadt? Wen will man fernhalten? Wen will man wieder los werden? Mittlerweile hat sich das alles an andere Küstenabschnitte Australiens verlagert. Aber das kennen wir ja auch aus Europa. Manchmal fragt man sich da, wer eigentlich vor wem geschützt werden muß.      

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