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Auf Spurensuche in Avalon

In Sydney begegnen uns immer wieder Geschichten aus der Vergangenheit. Interessanterweise war Raphaels und mein Erstkontakt mit Australien und Sydney im selben Jahr nur wenige Tage bzw. Wochen voneinander getrennt.  Das ist nun über 17 Jahre her. Ich spielte in 2002 mit meinem Soccerteam, dem Cream Team Cologne, bei den Gaygames in Sydney um den Titel, während Raphael damals schon seine Freiheit und das Weite suchte. Letztlich kennengelernt haben wir uns dann erst mehr als 7 Jahre später in Köln. Während ich die Bronzemedaille mit nach Hause genommen habe, hat Raphael die Bekanntschaft mit einer wunderbaren Lady gemacht, die bis zum heutigen Tag und darüber hinaus Bestand hat. Jan hatte ihn damals ein wenig unter Ihre Fittiche genommen und vor den Gefahren der Großstadt beschützt. In dieser Zeit war Raphael in einem von Jan betriebenen Bed & Breakfast in Avalon, daß gleichzeitig ihr Wohnhaus war. Seit dieser Zeit sind die beiden quasi unzertrennlich. Es hat aber bis 2019 gedauert, bis die Beiden sich wiedersahen und ich die Jan ebenfalls kennenlernen durfte. Dann konnte ich spätestens nachvollziehen, warum Raphael immer so von ihr schwärmte. Die beiden haben so viel Spaß miteinander, liegen einfach auf einer Wellenlänge. Auf unserer aktuellen großen Reise haben wir nun ausgiebig Zeit, den alten Spuren zu folgen. Und Avalon an den Northern Beaches ist immer eine Reise wert. Ein feiner Ort mit einem feinen Strand. Auch wenn, wie überall in Sydney, nicht mehr so viel Ursprünglichkeit vorhanden ist, wie es damals war. Es hat sich viel verändert. Es sind viel mehr Leute in der Stadt und die bewohnte Fläche hat sich entsprechend vergrößert, die Bebauung verdichtet, sowie der Verkehr zugenommen. Avalon hat sich seinen Charme nicht ganz streitig machen lassen. Es ist immer noch ein entspannter Ort mit seinen hübschen Häusern, den Cafes, Restaurants und Shops, der auf einer langgestreckten Halbinsel liegt. Da ist nicht so viel Trubel wie in Bondi oder Manly. Es geht alles viel beschaulicher zu. Einzig die 6 spurige Straße, die den Ort vom Strand trennt, paßt überhaupt nicht ins Bild. Auf der einen Seite der raue Ozean, auf der anderen das dahinplätschernde Pittwater, eine tief ins Land hinein gezogene Meeresbucht. Jan und Raphael werden immer ganz wehmütig, wenn es um Avalon geht. Mittlerweile lebt Jan im Zentrum Sydneys, in Pottspoint, nahe Kings Cross und genießt die Vorzüge der Stadt, mit dem prall gefüllten Leben. Ein wenig schade ist es trotzdem, nicht mehr in Avalon zu residieren.

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