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Coastal walk

Vom bushland walk erholt, zieht es uns doch wieder ans Meer. Da wir nun im nördlichen Teil Sydneys sind, haben wir uns für den Coastalwalk von Manly bis Dee Why entschieden. Na gut, eigentlich suchten wir nur einen netten Rockpool. Das der nach unserem Geschmack sich wirklich erst in Dee Why befand, war so nicht geplant. Wir starteten einfach bei der Manly Warf, sind durch die Gassen Manlys gezogen und haben die hübschen alten Häuser mit ihren Vorgärten bestaunt. Erster Strand war Shelly Beach, der Strand zum Schnorcheln. Geschützt in einer Bucht kann man dort ohne die am Ozean üblichen Wellen gemütlich schwimmen, schnorcheln und Fische beobachten. Von Zeit zu Zeit kann man sogar junge Haie, Oktopusse und Wasserschildkröten bewundern, meinte zumindest die Rob, unsere Gastgeberin hier. Sie geht das ganze Jahr über schnorcheln und hatte uns zum Shelly Beach mitgenommen. Da müssen wir wohl noch mal wiederkommen. Naja, trockenen Fußes ging es dann entlang des sich in die Länge ziehenden Manly Beaches, der uns ehrlich gesagt, nicht so zusagt. Das liegt wahrscheinlich auch daran, wie er zugebaut ist. Da fehlt entweder ein wenig die Natur oder das Flair. Mittlerweile merkten wir aber schon, was mit der heutigen Tour auf uns zukommt. Die Sonne kam immer mehr heraus, soweit das dieser Tage, bei dem Schleier, möglich ist. Und die meisten Strände haben hier kaum Schattenplätze. Aber wir wollten weiter und haben den Weg zum Freshwater Strand gesucht. Dazu durften wir dann in der Mittagshitze über einen abkürzenden Treppenweg das Cliff erklimmen, um von der sich herumschlängelnden Straße wegzukommen. Was eröffnete sich uns dann für ein schöner Anblick. Ein mit Dünen recht natürlich belassener Strand. Das sagte uns sehr zu. Aber Schatten gab es hier auch keinen. Also weiter, über den nächsten Felsen, zum Curl Curl Beach. Der sich wieder als langegezogener Strand offenbarte. Dort haben wir uns erstmal auf halbem Weg hinter den Dünen einen schattigen Platz im Grünen zum Ausruhen gesucht, um nicht sofort zu verbrennen und uns zu stärken für den weiteren Marsch. Am Ende des Curl Curl Beaches lockte ein Rockpool, wie es fast an jedem Strand in Sydney einen gibt. Das sind Pools, die mal mehr mal weniger in die natürlichen Felsformationen an den jeweiligen Enden des Strandes natürlich oder künstlich eingelassen sind, mit Meerwasser versorgt und regelmäßig gereinigt werden. In den meisten kann man gut seine Bahnen geschützt vor den Wellen und den Haien ziehen. Manche Pools sind dagegen nur zum Planschen geeignet. So wie der in Curl Curl. Er sah zwar gut aus. Aber wir wollten schwimmen. Also weiter über dieses Cliff zum nächsten, dem Dee Why Beach, den wir schon von der letzten Reise kannten. Allerdings nicht den Weg vom Curl Curl dahin. Wir hatten ja schon etwas Panik, noch länger der Sonne ausgesetzt zu sein. Glücklicherweise stellte sich der Wanderweg direkt an der Felskante als lieblicher dicht bewachsener Trail heraus, der unsere Herzen höher schlagen ließ und sonnengeschützt nach Dee Why führte. Rechts der wilde Ozean, links die hinter dem Grün zu erkennenden teils pompösen Immobilien. Dinge die die Welt nicht braucht. Schon gar nicht an solch einem Ort. Schade. Aber so ist das in der heutigen Welt, wo das Geld regiert. Dann irgendwann kam der Dee Why Rockpool in Sicht. Zum Glück lag dieser direkt auf unsere Eingangsseite, so daß wir uns den weiteren Marsch sparen konnten. Am Ziel angekommen, stärkte ich mich erstmal mit etwas vietnamesichem Streetfood, Raphael beließ es beim mitgebrachten Wasser. Eine tolle Erfindung ist es übrigens, daß man an Sydneys Stränden überall Trinkwasser zapfen und seine Flaschen auffüllen kann und das ganz ohne dafür bezahlen zu müssen. Das nutzen wir leidlich. Sydney ist ja schon teuer genug. Nachdem sich unser Puls beruhigt hatte, war es dann endlich an der Zeit, uns ins Getümmel, heißt ins Wasser zu stürzen. Was für eine Wohltat, zumindest für den Raphael. Ich wurde an meine mir nach dem letzten Schnorcheln zugezogenen Wunde an der Fußsohle erinnert und beließ es bei ein paar Wasserspritzern, damit die Wunde schnell verheilt und nicht wieder aufplatzt. Glücklich, den anstrengenden Trail ohne größere Blessuren überstanden zu haben, machten wir uns dann später mit dem Bus auf den Heimweg nach Balgowlah. Das noch von uns zu kochenden Abendmahl wartete ja auch noch auf uns.

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