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Stopover Taipeh

Mit dem Zug ging es für mich nach Frankfurt, wo für mich noch eine Übernachtung anstand. Gut, daß ich so geplant hatte, da der ICE aufgrund von Baumaßnahmen eine große Umleitung mit entsprechender Verspätung auf die Schienen legte. Aber irgendwann kam ich im Moxy Hotel, meiner Bleibe bis zum nächsten Morgen, an und versank in nachdenklichen Schlaf. Erfreulich klappte morgens alles mit dem nicht bestellten Flughafenshuttle, sowie dem folgenden Check In und anschließender Sicherheitskontrolle prompt und schnell. Abgesehen davon, daß ich erst am falschen Terminal war und ich mich noch schnell am unübersichtlichen Flughafen umorientieren mußte. Der Flug von Frankfurt nach Taiwan verlief dann erstaunlich komfortabel und vor allem ruhig, was Turbulenzen angeht. Die mag ich ja eher gar nicht. Ich wunder mich immer über die Anderen, die diese scheinbar mühelos überleben. Nur meine Unterhaltungselektronik versagte den Touchdienst. Egal, ich wollte ja eh mal weniger in irgend nen Bildschirm glotzen. In der Hauptstadt Taiwans, Taipei, angekommen, kümmerte ich mich ganz unbedarft um ein Transitvisum für die nächsten 17 h Aufenthalt, die bis zum Weiterflug zu überbrücken waren. Aber auch das ging reibungslos. Heutzutage ist der deutsche Pass echt zu vielem fähig und macht das Reisen schon einfacher. So, nun endlich ins Gewimmel der chinesischen Schriftzeichen. Den weiten Weg ins Zentrum wollte ich mit dem Taoyuan-Airport-Expreß, einer S-Bahn die zur U-Bahn wird bewältigen, stand dann aber, wie einige andere Touristen, ratlos vor den Ticketautomaten. Ein altes Mütterlein, die diese beaufsichtigte, half uns liebevoll aus der Patsche. Und schon ging es los, das Abenteuer Taiwan. startete mitten im Berufsverkehr. Leider wollte das Wetter nicht wirklich mitspielen. Ich bemerkte schnell, wie die Umgebung nur so vor Nässe triefte und für den Tag nichtaufhörender Regen angesagt war. Was soll's, davon abhalten sollte mich das auch nicht, und im nachhinein stellte sich das beim Fotografieren auch als kleiner Glücksfall heraus.  Aus dem Metrozug heraus sah ich bei angehendem Tageslicht dann was auf mich zukommen sollte. Wuchtige Architektur, die je näher ich dem Zentrum kam, immer enger wurde. Hier wird nicht gekleckert, hier wird geklotzt. Es hat mich ehrlich gesagt etwas abgeschreckt. Schön ist anders. Nach erster Orientierung entschied ich mich zu Fuß meinen Weg durch die Gänge der Stadt in Richtung des entfernten Taipei-Tower zu bahnen. Denn das stellte ich fest, Taipei ist auf Regen eingestellt. Man kann an vielen Orten unter Vordächern oder quasi Arcaden regensicher vorankommen. meine ersten gefüllten Dampfnudeln (Dumplings) sollten mir dafür genug Wegzehrung sein. Am Taipeh-Tower angekommen, nahm ich von der Idee Abstand, den Tower zu besichtigen. Da waren mir einfach viel zu viele Leute. Für den Weg zurück ins Zentrum nutzte ich dann wieder die Metro. Die Beine wurden schwer, ich war gerädert vom Flug und der Regen wurde sogar noch stärker. Da ich mich im Vorfeld entschieden hatte, nahe des Hauptbahnhofes ein Zimmer im York Hotel zu reservieren, was das Beste in dem Moment für mich war, bahnte ich mir den Weg dorthin, natürlich damit verbunden, mir noch eine Ration der köstlichen Dumplings zu genehmigen - lecker. Zwei Stunden in meiner Box sollten zunächst zum Erholen reichen. Ich wollte die Zeit ja nicht nur verschlafen. Mit der gewonnenen Frische stürzte ich mich bei angehender Dunkelheit in das quirlige Zentrum Taipei's mit seinen Gängen, Shoppingläden und Garküchen. Sogar guten frischgerösteten Kaffee bekommt man, dazu in stylischer Atmosphäre. Aber ob das Gesundheitsamt in Deutschland bei alledem da ein Auge zudrücken würde? Egal, mir hat es gemundet und nicht weh getan. Energetisiert oder doch eher elektrisiert, von den bunten Lichtern der Läden und Reklamen, begann die Photosession. Was ein Spektakel. Dazu die vielen Leute, vornehmlich junges Publikum, die sich mit ihrem Abendbrot in einer der Küchen versorgten. Der Regen störte da kaum noch, half eher den Glanz noch zu steigern. Ein Rausch der Sinne. Sehr eindrucksvoll. Dann kam aber die Zeit Abschied zu nehmen, mich noch kurz im Hotel frisch zu machen, um danach zum Flughafen zur nächsten Etappe aufzubrechen. Den Weg kannte ich ja nun.

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Kommentare: 1
  • #1

    Maria (Sonntag, 05 Januar 2020 23:33)

    Wau, Steffen!
    Das erste Verkehrsfoto ist weltklasse.
    Danke fürs Einfangen der Eindrücke und Atmosphäre dieser Stadt. Ist dir sehr gelungen.

Copyright © 2020 Steffen Schmoll

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